Zusammenarbeit mit Familien im Kontext sprachlicher Bildung

Die Familie gilt als primärer Bildungsort für Kinder (vgl. Sächsischer Bildungsplan, 2011). Besonders im Kontext sprachlicher Bildung spielt eine enge Zusammenarbeit mit den primären Bezugspersonen der Kinder eine wichtige Rolle, da zentrale Meilensteine der Sprachentwicklung in den ersten 6 Lebensjahren erworben werden. Dieser Prozess ist stark durch die Interaktionen mit den für Kinder wichtigen Bezugspersonen in der Familie beeinflusst. Im Zuge der außerfamiliären Betreuung nehmen auch die pädagogischen Fachkräfte eine relevante Rolle ein. Unterschiedlich ist, dass Eltern die Sprachentwicklung ihrer Kinder zumeist intuitiv begleiten, während pädagogische Fachkräfte zudem in der Förderung der sprachlichen Kompetenzen reflektiert, auf Basis kontinuierlicher Beobachtung und Dokumentation, pädagogische Handlungsschritte ableiten und somit ihren professionellen Auftrag erfüllen.

 

Auf Grundlage von Wertschätzung, Akzeptanz und Interesse an den sprachlichen Gegebenheiten in der Familie, lassen sich folgende drei Aufgabenbereiche für die gemeinsame Sprachbildungsarbeit ableiten (vgl. Kucharz, D., 2015):

Wie diese 3 Bausteine konkret umgesetzt werden können, zeigen folgende Beispiele:

Hilfreich ist es auch, die aktuellen Angebote und Formen der Zusammenarbeit mit Eltern in der eigenen Einrichtung noch einmal aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und sich dabei an Leitfragen zu orientieren:

 

Perspektive der Fachkraft:

  • Welche Elternschaft soll mit dem Angebot erreicht werden?
  • Auf welches sprachliche Entwicklungsthema bezieht sich die Idee/ das Angebot? Was ist das Ziel? 
    • Information der Eltern über Meilensteine der Sprachentwicklung
    • Vermittlung von konkreten Sprachbildungsmethoden
    • ...
  • Welchen Gewinn kann ich aus der jeweiligen Form der Erziehungs-partnerschaft für die sprachliche Begleitung des Kindes ziehen?
  • ...

 

Perspektive der Eltern:

  • Fühlen die Eltern sich von diesem Angebot angesprochen? Was sind deren Fragen, Befürchtungen, Erwartungen?
  • Was enthält das Angebot, bzw.  was müsste es enthalten, damit es die Eltern erreicht?
  • Was erwarten die Eltern von der Erziehungspartnerschaft, um die Sprachent-wicklung ihres Kindes noch besser nachvollziehen und begleiten zu können?
  • ...

 

Perspektive des Kindes:

  • Wie profitiert das Kind in der Entwicklung seiner sprachlichen Kompetenzen von der Erziehungspartnerschaft?
  • Auf welche Weise können Themen und Interessen mit ggf. passenden Materialien auch im Elternhaus Berücksichtigung finden und andersherum?
  • ...

 

Langfristige Erfolge bei der Entwicklungsbegleitung von Kindern hängen maßgeblich vom Einbezug der Familien ab und bedürfen einer wechselseitigen Offenheit, der Anerkennung von Kompetenzen und dem Teilen der Verantwortung für die Förderung der kindlichen Entwicklung (vgl. Sächsischer Bildungsplan und Albers, T., Jungmann, T (2013).

 Literatur:

Albers, T., Jungmann, T. (2013): Frühe sprachliche Bildung und Förderung. München
Kucharz, D. et al (2015): Alltagsintegrierte Sprachförderung. Ein Konzept zur Weiterqualifizierung in Kita und Grundschule. Weinheim
Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Hrsg) (2011): Der sächsische Bildungsplan. Ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte in Krippe, Kindergärten und Horten sowie Kindertagespflege
Jampert, Karin et al. (Hrsg.) (2011): Die Sprache der Jüngsten entdecken und begleiten. Sprachliche Bildung und Förderung für Kinder unter Drei. Weimar

 

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