6. Leipziger Frühjahrssymposium Sprache und Kommunikation

 

28.April 2017

Abstracts                                                                                ...wird fortlaufend ergänzt

Vorträge

Dr. Felix Brandhorst: Qualität im Dialog entwickeln – zum Konzept der Dialogischen Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe

 

In dem Vortrag wird die Dialogische Qualitätsentwicklung ausgehend von bestimmten Grundgedanken aus der Theorie des Dialogs als partizipatives Konzept der Qualitäts- und Organisationsentwicklung vorgestellt. Die fünf Eckpfeiler Dialogischer Qualitätsentwicklung – mehrseitige Partizipation, dialogische Verständigung, multiperspek-tivische Untersuchung, gemeinsames Lernen, demokratisches Prinzip– werden beschrieben, Einsatzbereiche und Ziele des Konzepts dargestellt. Die Vorgehensweise Dialogischer Qualitätsentwicklung im Werkstatt-Setting wird erläutert und das methodische Repertoire vorgestellt.

Prof. Dr. Susanne Viernickel: Mit Eltern im Dialog!? Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung

 

In ihren Familien machen Kinder ihre prägendsten Erfahrungen; gleichzeitig verbringen sie immer mehr Zeit in frühpädagogischen Institutionen. Den dort tätigen Fachkräften kommt nicht nur die Aufgabe zu, für die Kinder eine entwicklungsangemessene und kindorientierte pädagogische Umwelt bereit zu stellen. Weil Familie und frühe Tagesbetreuung eine geteilte Verantwortung für das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung von Kindern tragen, stehen sie gleichzeitig vor der Herausforderung, wertschätzende und verbindliche Beziehungen zu den Familien herzustellen und für Eltern als verlässliche Erziehungs- und Bildungspartner verfügbar zu sein. Pädagogische Fachkräfte sind hierbei allerdings mit teilweise widersprüchlichen Aufträgen und Ambivalenzen konfrontiert, deren Integration bzw. Lösung hoher Fach-, Sozial- und Selbstkompetenzen sowie konzeptioneller und struktureller Rahmungen bedarf.

Der Vortrag thematisiert auf Basis theoretischer Reflexionen und empirischer Befunde, welche Erwartungen Eltern heute an Kindertageseinrichtungen haben, wie sich die Zusammenarbeit mit Familien konkret gestaltet und welche Bedingungen zum Gelingen von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften beitragen.  

Workshops

1) Lisa Lieb: Critical Friendship: Etablierung einer wertschätzenden Kommunikationskultur

 

Stellen Sie sich vor, jeder in Ihrem Team könnte dem anderen gegenüber klar äußern, wenn ihn etwas stört, Konflikte und Spannungen würden direkt angesprochen und geklärt. Stellen Sie sich vor, in Ihrer Kita wäre jeder in der Lage, sich selbst und seine eigene Arbeit zu reflektieren. Und jeder wäre sowohl Lehrling als auch Lehrer und in diesen Rollen für den Lern-Prozess – und somit auch den Qualitätsentwicklungsprozess - verantwortlich. Stellen Sie sich vor, Sie würden in einer kritischen Lerngemeinschaft zusammen arbeiten, in der das eingangs Beschriebene Normalität ist. Die Vorstellung ist für den einen oder anderen von Ihnen mit Sicherheit weit weg von der Realität. Das Kernelement einer solchen kritischen Lerngemeinschaft bilden „Critical Friendships“ - ein Konzept, das primär dem Abbau von Ängsten und Blockaden in der Kommunikation der Mitarbeiter untereinander dient sowie dabei hilft, die Kommunikation im Team nachhaltig zu verändern und zu verbessern. Es ist ein wichtiges Instrument der (Selbst-)Reflexion, der gegenseitigen Beobachtung sowie dem Austausch darüber. Im Laufe des Workshops wird das Instrument der “Critical Friendships“, dessen Einführung in das Team, Herausforderungen und Effekte/Erfolge erklärt und individuelle Wege zur Etablierung einer wertschätzenden Kommunikationskultur erarbeitet.

2) Katrin Meier & Maria Ruppel: Demokratische Kommunikation im Team 

 

Die Qualität der pädagogischen Arbeit lebt von Austausch und Teamarbeit in einem

multiprofessionellen Team. Entwicklung ist nur dann nachhaltig wirksam, wenn Entscheidungen im Team getroffen und mehrheitlich getragen werden. Dafür müssen Pädgog*innen miteinander sprechen, Konflikte austragen und gemein-sam Entscheidungen treffen. Nicht selten spielen Unterschiede und Vorurteile dabei eine bedeutende Rolle. Mit Inputs und einer interaktiven Übungen spüren wir im 2-stündigen Workshop den Grundlagen von demokratischer und vielfaltssensibler

Kommunikation nach. Es wird einen Austausch darüber geben, wie man mit Vielfalt im eigenen Team gut umgehen kann.

3) Dr. Barbara Giel: Gemeinsam Ziele definieren - Erzieherinnen, Therapeutinnen und Eltern im Gespräch - Das Konzept der Moderierten Runden Tische "MoRTi"

 

Für eine erfolgreiche Förderung von Kindern mit Förderbedarf sind regelmäßige Zusammentreffen aller Beteiligten unumgänglich. Das Ziel dieser Treffen ist es, die gemeinsame Arbeit zu koordinieren, Ressourcen optimal zu nutzen, die Umwelt-faktoren einzuschätzen und vor allem das weitere Vorgehen auf der Basis ICF-orientierter Zielformulierungen zu besprechen. Leider existieren für diese „Runden Tische“ – an denen a l l e Beteiligten teilnehmen - kaum didaktische und methodische

Konzepte. Mit welchen Methoden und Techniken kann eine strukturierte Moderation dieser multidisziplinären Gespräche erfolgreich durchgeführt werden? Wie kann es gelingen, dass sich alle Beteiligten (Eltern, Erzieherinnen, Frühförderinnen, Therapeutinnen, etc.) wertgeschätzt und mit ihren Anliegen ernst genommen fühlen? Kann es gelingen eine Sprache zu sprechen, die alle verstehen? Wer organisiert, moderiert, dokumentiert und evaluiert die Ziele und Vereinbarungen? Das systemischlösungsorientierte „ZUK-Konzept“ der „Moderierten Runden Tische (MoRTi)“ wird praxisnah anhand zahlreicher Beispiele vorgestellt.

4) Sandra Pohler: Kollegiale Beratung als Möglichkeit der Fallbesprechung im Team

 

Kollegiale Beratung ist eine Möglichkeit, konkrete Praxisprobleme aus dem Berufsalltag mit einer Gruppe Gleichgesinnter ohne externe Hilfe zu bearbeiten und Lösungen zu finden. Kollegiale Beratung hat einen festgelegten Ablauf und erfolgt nicht spontan oder zufällig. Der Vorteil ist der klare Ablauf, die überschaubare Zeit und die Vielfalt der Ergebnisse. Herkömmliche Teamdiskussionen bleiben häufig in der Anfangsphase stecken oder die Gruppe schießt sich zu schnell auf ein richtiges Ergebnis ein. Kollegiale Beratung produziert eine Vielzahl von Ideen und Lösungswegen die nebeneinander stehen bleiben und gleichberechtigt sind. Der Fallgeber entscheidet selbst, welche für ihn nützlich sind.

Im Workshop lernen Sie die Idee und den Ablauf der kollegialen Beratung kennen. Sie

diskutieren deren Stärken, Einsatzmöglichkeiten und die Voraussetzungen zum Gelingen. Wir werden mit einem eigenen Fallbeispiel die Beratungssituation ausprobieren und wesentliche Grundhaltungen üben. Der Workshop soll einen Einblick in die Idee der kollegialen Beratung geben und zur weiteren Auseinandersetzung zu diesem Format anregen.

5) Cornelia Ruß-Hempel: Teamarbeit, die Spaß macht! 

 

„Legt dir jemand Steine in den Weg, bau einen Turm daraus.“

Die Komplexität der heutigen Zeit erfordert von Teams konstruktive Zusammenarbeit von ExpertInnen unter Begleitung einer kompetenten Führung. Das Wahrnehmen von Teamstrukturen hilft, Probleme zu bewältigen und Lösungen zu finden. Das Aktivieren von Teamprozessen setzt hierbei Motivation und teameigene Ressourcen für schwierige Aufgaben im Alltag frei.  Störungen dienen der gemeinsamen Entwicklung und benötigen manchmal nur eine andere Wertung, um ihnen die Macht der Begrenzung zu nehmen. 

Während des Workshops werfen wir gemeinsam einen neugierigen und lösungsorientierten Blick auf uns selbst, sowie auf Teams im Allgemeinen. Ziel des Workshops ist es, anhand von praktischen Übungen Teamprozesse sichtbar  zu machen und diese Methoden konstruktiv in die eigene Arbeit einzubeziehen.

 

6) Manuela Matthießen-Bähr: Gemeinsam nach vorn schauen

 

Die Erwartungen und Anforderungen in (und an) Teams und Mitarbeitende sind nicht immer leicht vereinbar mit den unterschiedlichen Werten, Bedürfnissen, Erfahrungen und Verantwortlichkeiten. Meist vorgegebene Rahmenbedingungen tragen ebenfalls dazu bei, ein Miteinander und gleichzeitiges Verständnis für die unterschiedlichen Aufgaben und Ziele komplex zu gestalten. Gerade im Kontakt und in der Kommunikation ist es wichtig, Aufmerksamkeit und Verständnis auf beiden Seiten zu erzeugen, auf Seiten der Leitung und auf der Seite der Mitarbeitenden, um einen partnerschaftlichen Umgang aufbauen zu können und Veränderungen gemeinsam voranzutreiben. Wenn es gelingt, das Gehirn des Gegenübers „anzuschalten“ und das eigene Gehirn nicht „auszuschalten“, dann ist ein echter Kontakt möglich: ein Austausch über unterschiedliche Bedürfnisse, Auswirkungen des eigenen Tuns, Arbeitsabläufe und Vorgaben und auch über (vermeintlich) unbeliebte Themen und Veränderungen.

In diesem Workshop werde ich Ihnen dazu erste praktische Helfer vorstellen und ich werde Ihnen die Gelegenheit bieten, eigene Reaktions- und Kommunikationsmuster auf der Erlebnisebene zu entdecken… . Den eigenen Blick erweitern und ein Gefühl davon bekommen, wie Sie Veränderung (auch emotional) attraktiv gestalten und Ihre Mannschaft an Bord holen können. Das „in Kontakt gehen“ macht mir in meiner täglichen Arbeit Freude - und dabei im Besonderen das „gehirngerechte Lernen“ und die Anerkennung von Vielfalt - und daran daran möchte ich Sie in diesem Workshop teilhaben lassen.

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