7. Leipziger Frühjahrssymposium Sprache und Kommunikation

 

8. Juni 2018

Abstracts                                                                               ...wird fortlaufend ergänzt

Vorträge

Prof. Dr. Frauke Hildebrandt:

Partizipative Interaktion mit Kindern im Kita-Alltag

 

Beteiligung von Kindern zu ermöglichen und zu organisieren, ist bereits jetzt Verpflichtung für Pädagoginnen und Pädagogen in Kindertagesstätten: Kinder sollen, wie es in der UN-Kinderrechtskonvention (Art. 12), dem KJHG §8 SGB VIII sowie den Kindertages-stättengesetzen der Länder verdeutlicht wird, an Entscheidungen, die ihr Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, beteiligt werden. Mit anderen Worten: Kinder haben ein Recht auf Beteiligung, unabhängig davon, ob diese Beteiligung sie in bestimmten Entwicklungsschritten unterstützt oder nicht. Aktuelle Studien zeigen darüber hinaus aber auch, dass insbesondere alltagsintegrierte partizipative Interaktionsformate einen positiven Einfluss auf die kognitive und sprachliche Entwicklung der Kinder haben hier weiterlesen

Giovanna Debatin:

Aus der Praxis, für die Praxis - Beispiele für einen partiziptiven Kita-Alltag (Arbeitstitel)

 

Abstract folgt

Workshops

1) Denise Klein: 

SIKIT - Sensorische Integration in der Kindersprache

 

Die Sensorische Integrationstherapie hat in Deutschland eine weite Verbreitung gefunden. Hauptsächlich wird sie von Ergo- und Physiotherapeuten eingesetzt. Jedoch absolvieren auch immer mehr Sprachtherapeuten und Pädagogen eine Weiterbildung zu diesem Konzept. In SIKIT wird gezeigt, wie die Kindersprachtherapie mit der Sensorischen Integrationsbehandlung verknüpft und bereichert werden kann. Die Wirkung sensorischer Elemente erstreckt sich aber weit darüber hinaus. Die Einbindung wirkungsvoller Elemente aus dem Konzept der Sensorischen Integrationstherapie in den Entwicklungsalltag der Kinder setzt nicht nur an der Basis an, sondern erhöht die Bereitschaft der Kinder, an ihren eigenen kognitiven und sozio-emotionalen Kompetenzen mitzuwirken. Kreativität, der offene Blick für die Interessen der Kinder und das gemeinsame Gestalten von Spielen, welche die Kinder motivierend herausfordern, sie dabei unbewusst "schwer arbeiten" lässt und zusätzlich ihre Entwicklung vorantreiben werden in dieser "Werkstatt" im Vordergrund stehen und den "Lernraum" mit Wissen, Spaß und Ideen füllen. "Ein Kind, das Erfahrung macht, auf die es sinnvoll reagieren kann, hat Spaß. In gewissem Sinne ist Spaßhaben ein Inbegriff für gute Sensorische Integration des Kindes." (Ayres)

2) Katja Oethe und Christin Göckeritz:

Macht macht was

 

"Wo und wie können Sie MACHT in Ihrer Rolle als Erzieherin für Kinder positiv einsetzen?" - "Ist MACHT positiv oder negativ?" - "Wer hat wem gegenüber MACHT in einer Kita?" Der häufig negativ besetzte Begriff der Macht wird im Kontext des Kinder-gartenalltages beleuchtet. Die Teilnehmer erhalten über die Auseinandersetzung mit verschiedenen Situationen die Möglichkeit ihre eigenen Konstrukte zu reflektieren. Gleichzeitig soll die Thematik auf theoretischer Ebene erschlossen werden, um die Begrifflichkeit als Einflussfaktor auf Pädagogik zu verdeutlichen und aus der Ecke der "Das-gibt-es-hier-nicht" Wörter zu holen. Und was hat MACHT eigentlich mit der Umsetzung von Partizipation zu tun? Wie viel MACHT braucht ein guter Pädagoge – und wozu?
Die Nutzung des Machtverhältnisses zwischen ErzieherInnen und Kindern, sowie die damit verbundene Einräumung  von Kinderrechten sollen im Workshop den Kreis zur Thematik „Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstbestimmen“ schließen. Es sollen außerdem erste kleine Umsetzungsschritte gemeinsam erarbeitet werden. Der Workshop bietet den TeilnehmerInnen insbesondere eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle „ErzieherIN“ unter dem Aspekt, dass Kita als Lern- und Bildungsort Voraussetzungen für Resilienzentwicklung bieten kann.

3) Dr. Myriam Schwarzer und Martin Boock:

Früh übt sich – Partizipation in der Kita entwickeln

 

Dieser Workshop eröffnet die Möglichkeit, über einen erfahrungsorientierten Zugang über das Thema „Partizipation in der Kita“ ins Nachdenken und mit anderen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen. Es geht z.B. um Fragen wie: Wie stehe ich selbst zu Partizipation und Demokratie? Wieviel Verantwortung können Kinder übernehmen? Was denken und machen andere ErzieherInnen in ihren Kitas? Was könnte ich selbst umsetzen oder in der Praxis ausprobieren? Ein Workshop zum Erfahrungen machen, Reflektieren und andere Perspektiven mitnehmen.

4) Robert Jurleta:

"Wo geht die Sonne hin, wenn's dunkel wird? -

Philosophieren mit Kindern 

 

Philosophieren mit Kindern ist eine Variante der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung, die es allen Teilnehmenden ermöglicht, verschiedene Phänomene zu erkunden. Die Methode des gemeinsamen „darüber Nachdenkens“ bietet Kindern die Chance, ihre eigene Weltsicht und Vermutungen zu äußern und im Gespräch mit anderen weiterzuentwickeln. Ähnlich wie beim Dialogischen Lesen liegt ein Hauptaugenmerk des Philosophierens darauf, Kinder im Rahmen ihrer kognitiven und sprachlichen Kompetenzen zu beteiligen.

Da die philosophischen Fragen i. d. R. von den Kindern selbst kommen und auch von ihnen beantwortet werden (können), ergibt sich auch für alle Kinder eine hohe Mitmachmotivation, eigene Gedanken bzw. eigenes Wissen in die Gespräche einfließen zu lassen. Eben diese Motivation ist es auch, die diese Methode zu einer höchst partizipativen und inklusiven Gestaltungsmöglichkeit macht.

Gleichsam erhalten pädagogische Fachkräfte die Möglichkeit, an den Interessen der Kinder orientiert arbeiten zu können sowie die Gelegenheit, die kognitive und sprachliche Entwicklung zu beobachten und ggf. zu unterstützen.

5) Manuela Leideritz:
0-8-15 funktioniert nicht, wie weiter? - Zusammenarbeit mit Familien

 

Die Vorstellungen zur Zusammenarbeit mit Familien als partizipativer Prozess in der Kindertageseinrichtung haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. An vielen Orten gibt es inzwischen gute Erfahrungen mit neuen Konzepten und Herangehensweisen. Nach wie vor stellen sich aber viele Fragen. Und nicht wenige PraktikerInnen können auch von Enttäuschungen und Frustrationen berichten.
Nur ressourcen- oder lösungsorientiert zu denken, reicht manchmal nicht, um einen nächsten Schritt weiter zu kommen. Spätestens wenn sich Probleme ‚festsetzen‘, sich zu wiederholen scheinen und/oder sich mit ihnen ein Leidensdruck verbindet, sollten sie genauer betrachtet und fachlich analysiert werden.
Im Verlauf des Workshops werden wir gemeinsam und exemplarisch eine als problematisch empfundene Ausgangslage zum Thema „partizipative Zusammen-arbeit mit Familien“ bearbeiten. Und natürlich wird es am Ende auch um konkrete Überlegungen für praktisches Handeln gehen – aber um Ideen, die für diese Ausgangslage passen und deshalb nur eingeschränkt übertragbar sind. Der Mehrwert für alle TeilnehmerInnen, die ihre Fragen nicht in die Analyse einbringen konnten, besteht im Kennenlernen einer Analysesystematik, mit der sie einer komplexen Situation zu Leibe rücken können. 
Als TeilnehmerIn des Workshops sind Sie eingeladen, ihre Fallbeschreibungen mit- und einzubringen. Wichtig für die gemeinsame Arbeit ist Ihre Bereitschaft, die Inhalte des Workshops vertraulich zu behandeln und sich auf eine kleine Dosis Theorie sowie Selbstreflexionsprozesse einzulassen.

 

 

6) Kira Daldrop:

Mikrotransitionen in der Krippe.

Die kleinen Übergänge angemessen gestalten

 

Die kleinen Übergänge im Tagesverlauf können für Kinder und pädagogische Fachkräfte, zu einer großen Herausforderung werden. Sie machen nicht nur einen Großteil des Tages aus und strukturieren diesen, sie sind auch häufig mit Stress verbunden. Eine abgestimmte Gestaltung und Begleitung können den Unterschied zwischen stressigen und harmonischen Tagen ausmachen und bringt das spezifische Lernpotenzial dieser immer wiederkehrenden Situationen zum Vorschein. Es wird den Fragen nachgegangen, was es braucht, um diese kleinen, bedeutsamen Übergänge angemessen zu begleiten und wie es gelingt, schon den Jüngsten ein größtmögliches Maß an Beteiligung zu ermöglichen.

 

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7. LFS

Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstbestimmung – Partizipation in der Kita

Ergänzung zur Handreichung Leseprojekt

"Erlebte Bücher"

 

Unterschiedliche Menschen,

unterschiedliche Sprachen

LakoS - Poster zu AiS jetzt erhältlich

 

"Alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kita"