9. Leipziger Frühjahrssymposium

Sprache und Kommunikation

 

03. April 2020

 

 

Abstracts                                                                               

Vortrag

Prof. Dr. Catherine Walter-Laager:

 

Beobachten und Dokumentieren als "Allheilmittel" der Elementarpädagogik

 

 

Beobachtung und Interpretation kindlichen Verhaltens und Könnens sind seit jeher bedeutsame Elemente beruflichen Handelns im Elementarbereich und avancierten in den letzten Jahren zu einer der Kernaufgaben der Fachpersonen. Zudem ist die Beobachtungsdokumentation und das darauf aufbauende Planen Aus-druck eines konsensfähigen Bildungsverständnisses, das die Individualität des Kindes und seine Entwicklung fokussiert und ist daher in allen Bildungs- und Lehrplänen für die Arbeit im Elementarbereich als professionelles Handlungsfeld beschrieben. Eine aussagekräftige Beobachtungsdokumentation wird generell empfohlen, konkrete handlungspraktische Hinweise dazu sind allerdings in den Rahmenplänen selbst nicht dargelegt und müssen daher individuell von jeder Fachperson interpretiert werden, was sowohl die Gestaltung der Beobachtung und deren Verschriftlichung als auch die Wahl des Instrumentes selbst zur Erfassung von Beobachtungen miteinschließt.

 

Im Vortrag werden Grundlagen Aspekte der Beobachtungsdokumentation einführend dargestellt, unterschiedliche Instrumentengruppen besprochen und anschließend einige Forschungsergebnisse präsentiert. Auf dieser Basis soll kritisch diskutiert werden, welche Form der Beobachtungsdokumentation, über welche Kinder, zu welchem Zeitpunkt für das professionelle Handeln hilfreich sein kann.

 

Workshops

 

1) Marion Lepold:

 

Vom Ordner zum Tablet -

Veränderungen der Portfolioarbeit im Prozess der Digitalisierung

 

Die Beobachtung und Dokumentation von wichtigen Entwicklungsschritten der Kinder gehört zum Alltag jeder Erzieherin, jedes Erziehers und jeder Tagespflegeperson. In den meisten Einrichtungen schreiben die Fachkräfte klassischerweise das Portfolio auf Papier auf und teilen ihre Dokumentationen dann mit den Eltern. Aber welches Potential haben eigentlich digitale Beobachtung- und Dokumentationsverfahren? Und wie funktionieren sie? Können Kinder dabei partizipieren – und wenn ja, wie? Nach einem kurzen theoretischen Input die Welt der digitalen Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren und deren Nutzungsmöglichkeiten haben Sie in Kleingruppen die Chance die digitale Portfolioarbeit direkt auszuprobieren.

 

 

2) Diana Rosenfelder:

 

Wahrnehmendes Beobachten - Auf den Spuren kindlicher Bildungsprozesse

 

Das wahrnehmende Beobachten ist ein prozessorientiertes Beobachtungsverfahren, das seine Aufmerksamkeit auf die Bildungsprozesse von Kindern richtet. Es geht davon aus, dass Kinder eigene Ressourcen und Potentiale nutzen, um sich die Welt aktiv und selbstbestimmt zu erschließen.


Im Zentrum des wahrnehmenden Beobachtens steht die Frage, in welcher Weise die Kinder ihre Ressourcen einsetzen, wenn sie die Welt erfassen und kennenlernen wollen. Der Blick ist dabei nicht darauf gerichtet, was Kinder (noch) nicht können und deshalb lernen sollten. In erster Linie geht es darum zu verstehen, was die Kindern an eigenen Möglichkeiten in ihren Bildungsprozess einbringen und den pädagogischen Alltag so auszurichten, dass Kinder ihre ganz eigene Art und Weise, sich handelnd und denkend die Welt zu erschließen, entfalten können.


Lernen Sie im Workshop praxisnah anhand von vielen Beispielen kennen:
- Was heißt "wahrnehmend Beobachten"?
- Wie beobachtet man wahrnehmend?
- Wozu dient das wahrnehmende Beobachten?

 

 

3) Christine Steinmetzer:

 

Beobachtung und Dokumentation sprachlicher Kompetenzen von Kindern

 

Die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Entwicklungsprozesse gehört zum professionellen Handeln pädagogischer Fachkräfte. Im Idealfall gelingt dies im Austausch und Dialog mit dem Kind, dessen Sprache sich in einem sprechenden und handelnden Umfeld entwickelt.

Im Workshop soll der Fokus daraufgelegt werden, welche sprachlichen Kompetenzen Kinder einsetzen und nutzen um sich ihre Welt zu erschließen und wie Sprache im engeren und im weiteren Sinne gezielt beobachtet werden kann. Überblicksartig sollen die entwicklungs- und prozessbegleitenden Verfahren zur Beobachtung und Dokumentation liseb 1&2, seldak, DJI Orientierungsleitfäden sowie BaSiK kurz vorgestellt werden. Die pädagogischen Fachkräfte erhalten einen Überblick über die Instrumente, sowie einen Einblick in die Handhabbarkeit derer in der Praxis.

Des Weiteren werden grundsätzliche Hinweise zur Beobachtung von Sprache im engeren und im weiteren Sinne gegeben und beispielhaft ausprobiert, wie diese Beobachtungen für die sprachliche Bildung der Kinder im Sinne einer sprachanregenden Alltagsgestaltung genutzt werden können.

 

 

4) Dr. Claudia Wirts:

 

Beobachtung und was dann?

Planung sprachlicher Bildungsaktivitäten leicht gemacht!

 

Beobachtung ist in Kindertageseinrichtungen ein wichtiges Instrument, um Kinder in ihrer Entwicklung angemessen unterstützen zu können. Aktuelle Forschung zeigt, dass Beobachtungsergebnisse in der Regel für Elterngespräche und für ein besseres Verständnis der kindlichen Entwicklung genutzt werden, aber noch weniger häufg für die systematische pädagogische Planung. Im Workshop wird es darum gehen, wie man Beobachtungsergebnisse effektiv für die sprachliche Förderplanung nutzt. Nach einer kurzen Einführung von Kriterien für gute Planungs- und Förderprozesse, wird es darum gehen, die App "Sprachspiele mit BiSS" praktisch an Fallbeispielen zu erproben. Die App (und eine Internetanwendung mit gleichen Funktionen) wurde im Rahmen der BiSS-E-Projekte im Staatsinstitut für Frühpädagogik entwickelt, um Fachkräfte bei der gezielten Planung sprachlicher Bildungsaktivitäten zu unterstützen. Mehr Informationen dazu fnden Sie unter www.sprachspiele-biss.de.

 

 

5) Angelika Hinkelmann:

 

Beobachtungen mit Eltern teilen - Wie wir Eltern erreichen

 

Warum erreichen wir manche Eltern nur sehr schwer? Was kann ich als Erzieherin / als Erzieher tun, damit Eltern ihr Kind noch besser verstehen und sich bei der Begleitung der Entwicklung ihres Kindes aktiv beteiligen? Was brauchen Eltern, um zu verstehen, welche Rahmenbedingungen ihr Kind für eine optimale Entwicklung benötigt? Wie gelingt es einer Kita Bildungsprozesse sichtbar zu machen? Welche Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren sind dafür geeignet? Im Workshop werden die Antworten zu diesen Fragen erarbeitet und gute Praxisbeispiele ausgetauscht.

 

 

6) Bettina Wunderlich:

 

Lerngeschichten aus Neuseeland - sie sind mehr als nur ein Beobachtungsinstrument

 

In den letzten Jahren haben die (Bildungs- und) Lerngeschichten in Deutschland immer mehr begeisterte Anhänger/innen gefunden. Sie helfen Kindern und Pädagogen Bildungsprozesse zu verstehen und stärken das Selbstbild und die Selbstwirksamkeit der Kinder.


In diesem Workshop wollen wir uns mit der Frage auseinander setzen, ob Lerngeschichten auch geeignet sind, um Erwachsene in Ihrem Selbstbild zu stärken, Teambildung zu verbessern und die pädagogische Haltung von  Erwachsenen zu beinflussen. Und wir wollen herausfinden, ob jeder Geschichten schreiben kann und wie wir sie positiv nutzen können.

 

 

7) Susann Seyfarth:

 

Ein gelungenes Miteinander - Arbeiten in multiprofessionellen Teams

 

Pädagogisches Handeln basiert auf wertschätzenden und ressourcenorientierten Beobachtungen. Die große Chance multiprofessioneller Teams für Kinder, Kolleginnen und Kollegen sowie Familien liegt darin, dass unterschiedliche Beobachtungsperspektiven durch die verschiedenen Expertisen eingenommen werden können. Gleichzeitig kann in dieser günstigen Ausgangslage die Herausforderung liegen, wie in multiprofessionellen Teams ein gemeinsamer pädagogischer Weg gefunden wird.

In dem praxisorientierten Workshop wird gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern reflektiert, welche Rollen es in diesen Teams gibt, wer diese Rollen besetzen kann und wie ein Beobachtungs- und Erfahrungsaustausch durch kollegiale Beratungen und Teamsitzungen gelingen kann.

 

 

8) Dr. Markus Spreer:

 

Schüler*innen im Blick: Sprachdiagnostik in Schule und Unterricht am Beispiel kommunikativ-pragmatischer Fähigkeiten

 

Die Kenntnis der sprachlichen Fähigkeiten von Schüler*innen stellt die notwendige Grundlage für eine differenzierte Unterrichtsgestaltung und individuelle Förderung dar. Das Setting Schule, insbesondere der Unterricht, bietet vielfältige Möglichkeiten zur Erfassung der sprachlichen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen.

 

Am Beispiel kommunikativ-pragmatischer Fähigkeiten werden im Workshop zunächst die Möglichkeiten und Grenzen der unterrichtsimmanenten Erfassung thematisiert. Die Teilnehmer*innen überprüfen im Anschluss vorliegende Diagnostikmaterialien dahingehend auf ihre Brauchbarkeit – auch im Hinblick auf verschiedene Altersbereiche. Zum Abschluss soll anhand von Kriterien eingeschätzt werden, wie aussagekräftig die Materialien hinsichtlich der ggf. notwendigen Planung und methodischen Umsetzung der Förderung von Schüler*innen sind.

 

Dieser Workshop wird im Rahmen der dgs-Jubiläumstagung und nur nachmittags angeboten. Er richtet sich vor allem an SprachheilpädagogInnen/LogopädInnen/ SprachtherapeutInnen.

News

 VERSCHOBEN

9. Leipziger Frühjahrssymposium (LFS)  

 

LakoS-Fachtag

"Beobachtung als Bildungsimpulse"

Elternbriefe zur Sprachentwicklung & Sprache Ihres Kindes in 11 Sprachen

2. Druckauflage 

kostenfrei für sächsische Einrichtungen

 

LakoS - Poster

zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung

 

"Alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kita"

Das Landeskompetenzzentrum zur Sprachförderung befindet sich in Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Sprache und Kommunikation e. V. und wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.