7. Leipziger Frühjahrssymposium Sprache und Kommunikation

 

8. Juni 2018

Prof. Dr. Frauke Hildebrandt: Partizipative Interaktion mit Kindern im Kita-Alltag

 

Beteiligung von Kindern zu ermöglichen und zu organisieren, ist bereits jetzt Verpflichtung für Pädagoginnen und Pädagogen in Kindertagesstätten: Kinder sollen, wie es in der UN-Kinderrechtskonvention (Art. 12), dem KJHG §8 SGB VIII sowie den Kindertages-stättengesetzen der Länder verdeutlicht wird, an Entscheidungen, die ihr Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, beteiligt werden. Mit anderen Worten: Kinder haben ein Recht auf Beteiligung, unabhängig davon, ob diese Beteiligung sie in bestimmten Entwicklungsschritten unterstützt oder nicht. Aktuelle Studien zeigen darüber hinaus aber auch, dass insbesondere alltagsintegrierte partizipative Interaktionsformate einen positiven Einfluss auf die kognitive und sprachliche Entwicklung der Kinder haben: Anregung zum Weiterdenken, u. a. durch offene Fragen mit Aufforderungscharakter sowie Modellierungen (Hamre et al., 2013; König, 2009; Siraj-Blatchford, 2004; Sylva et al., 2004; Sammons et al., 2004), die Herstellung geteilter Aufmerksamkeit (Carpenter et al., 1998) und Interaktionsformate, die das Kind führen lassen (Dickinson & Tabors, 2001; Girolametto et al., 2003), sind hier zu nennen. Insbesondere wenn diese partizipativen Interaktionsformate in ritualisierten, zuverlässig wiederkehrenden Schlüsselsituationen angewendet werden, ist aufgrund ihrer Häufigkeit mit einer erhöhten Wirksamkeit zu rechnen. Wie lassen sich partizipative Interaktionen im Alltag gut gestalten? „Shared Thinking“ – Geteiltes Denken - ist der englische Fachbegriff, der von Rogoff (1990) geprägt wird und treffend als Form der „kognitiven Kooperation“ charakterisiert wird. Dialoge, die geteiltes Denken beinhalten, sind sprachpragmatisch nicht auf organisatorischer, nicht-handlungsentlasteter oder deskriptiv-normativer Ebene (Beschreibung, Bewertung) zu verorten, sondern haben eine explikative - und darum partizipative - Dimension: D.h. sie zielen auf das Explizitmachen von Hypothesen und die Verständigung insbesondere über allen gemeinsam zugängliche Zusammenhänge (aber auch über Gründe, Zwecke, Motive in Abhängigkeit vom verhandelten Sachverhalt) ab (Hildebrandt & Dreier, 2014). Wie lassen sich solche Dialoge mit Kindern in der Kita führen und initiieren? Im Vortrag geht es vor allem um das Kennenlernen von Gesprächstechniken für partizipative, kognitiv anregende Dialoge. Es werden aktuelle Forschungsergebnisse (auch eigener Forschungen) und pädagogisches Handwerkzeug für partizipative Interaktions-gestaltung präsentiert.

News

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zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung

 

"Alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kita"

Ergänzung zur Handreichung Leseprojekt

"Erlebte Bücher"

 

Unterschiedliche Menschen,

unterschiedliche Sprachen

Das Landeskompetenzzentrum zur Sprachförderung befindet sich in Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Sprache und Kommunikation e. V. und wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.